An Neuinvestitionen in der Türkei "kaum zu denken"

Verunsicherung ist erheblich gestiegen sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier der Nachrichtenagentur dpa

(20.07.2017) Dass die jüngste Verschlechterung des deutsch-türkischen Verhältnisses nicht nur die bilateralen Handelsbeziehungen weiter beeinträchtigen, sondern auch die Modernisierung in der Türkei behindern könnte, befürchtet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

Schon seit dem gescheiterten Putschversuch sei die Verunsicherung vieler deutscher Unternehmen deutlich zu spüren, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier der Nachrichtenagentur dpa. "Die aktuelle Entwicklung steigert diese Verunsicherung erheblich."

In einem solchen Umfeld sei "an Neuinvestitionen deutscher Unternehmen in der Türkei kaum zu denken", betonte Treier. "Die Einschränkung von Exportkreditversicherungen und Investitionsgarantien würde die Investitionszurückhaltung deutscher Unternehmen jetzt noch bestärken."

Ohnehin sei der Handel mit der Türkei seit Mitte 2016 "auf abschüssigem Terrain". Aufgrund der jüngsten Zuspitzung der politischen Spannungen sei sogar mit einem Handelsrückgang von mehr als zehn Prozent zu rechnen.

Die ökonomischen Auswirkungen seien "umso bedauerlicher, als die Türkei zur Modernisierung ihres Landes dringend auf Technologie aus dem Ausland angewiesen" sei, so Treier. "Modernisierung und Entwicklung des Landes dürften jetzt wohl sehr schwierig werden."